Eisente – SEEVOGEL DES JAHRES 2017

Die Eisente (Clangula hyemalis) ist der Seevogel des Jahres 2017. Der farbenfrohe Meeresvogel ist ein Wintergast aus dem Norden und rastet jedes Jahr in großen Trupps vor allem in der Ostsee. Die einst häufige Tauchente wird jedoch seit einigen Jahren immer seltener, teilte der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur am Freitag in Ahrensburg mit.

„Die Eisente wurde als Seevogel des Jahres 2017 gewählt wegen der erschreckenden Erkenntnis, dass die noch vor kurzem weltweit häufigste Meeresente heute dramatische Bestandseinbrüche aufweist“, sagte der Vereinsvorsitzende Eckart Schrey. Dies gelte insbesondere für die hierzulande überwinternde Population aus Nordosteuropa und Westsibirien.

An den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein überwintern bis zu 315.000 Eisenten. Schwerpunkte der Vorkommen sind die Seegebiete vor der Insel Rügen und der Halbinsel Zingst, der Greifswalder Bodden und die Pommersche Bucht. In der westlichen Ostsee verzeichnen die Kieler und Lübecker Bucht größere Bestände. An der Nordsee und im Binnenland bis zum Bodensee tauchen die Meeresvögel nur selten auf.

Mit 36 bis 47 Zentimetern Größe und 685 bis 800 Gramm Gewicht (Männchen sind größer als Weibchen) zählt die Eisente zu den kleinen Entenarten. Das Federkleid wechselt in den Mauserstadien von mehr Weiß- zu Schwarz- und Braunanteilen bis hin zu einem elegant-puristischen Mix von silbergrau-schwarz-weiß-braun. Bei den Männchen fallen zudem die bis zu 13 Zentimeter langen Federspieße des Schwanzes auf.

Der Gesamtbestand in den Brutgebieten von Nordeuropa bis Westsibirien wird auf 1,6 Millionen Vögel geschätzt. Im Jahr 2002 waren es noch 4,6 Millionen, also ein rapider Schwund binnen 14 Jahren. Der Weltbestand, zusätzlich mit Ostsibirien, Nordamerika, Grönland und Island, sank von über 7 Millionen auf jetzt etwa 3,5 Millionen. Deshalb stufen internationale Fachgremien die Art auch als in ihrem Bestand gefährdet und regional sogar als stark gefährdet ein.