Funkende Wasserzähler als Elektrosmog-Schleuder?

Bis zum Jahr 2022 soll es in allen Haushalten auf Insel Rügen und Hiddensee nur noch funkende Wasseruhren geben, so das Ziel vom Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR). Seit zwei Jahren baut der ZWAR Ultraschall- Wasserzähler mit Funkübertragung ein. Da es keinen mechanischen Verschleiß gibt, kann die Eichzeit verlängert werden, das heißt der Zähler braucht nicht alle sechs Jahre gewechselt werden. Zum Einsatz kommen die Wasserzähler vom Typ MULTICAL® 21 der Firma Kamstrup. Vorteil dieser neuen Wasserzähler, zum Ablesen muss der Ablesedienst nicht mehr die Wohnung oder das Haus betreten, denn die Wasserzähler funken selbstständig ihre Daten auf die Straße. Der Ablesedienst braucht also nur am Haus vorbei zu fahren. Die eingebaute Batterie soll laut Hersteller bis zu 16 Jahre halten. Allerdings sind Datenschützer und besorgte Bürger bezüglich Elektrosmog sind von den funkenden Wasseruhren gar nicht begeistert.

Bedenken Datenschutz

Bleiben wir beim Wasserzähler MULTICAL® 21 und schauen wir uns das Datenblatt zu diesem Zähler mal etwas genauer an. Zum einen hat der Wasserzähler eine Log-Funktion (Monatslogger/Jahreslogger). Es kann also der Wasserverbrauch pro Jahr ausgelesen werden. Bedeutet: Der Wasserzähler kann von Familie XYZ den Wasserverbrauch nach Tag und Uhrzeit mitloggen. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, wann die Familie XYZ z.B. am meisten Wasser verbraucht oder wann gar nicht – z.B. im Urlaub. Hacker könnten die Daten auslesen und so ermitteln, wann die Familie nicht im Haus ist und diese Information an Einbrecher weitergeben. Nun können die Daten verschlüsselt werden, aber laut Handbuch zum Wasserzähler können die Daten auch unverschlüsselt übertragen werden – der Verbraucher kann das nicht überprüfen. Neben der Messung des Durchflusses, werden auch Wassertemperaturen erfasst. Datenschützer laufen hier Sturm. Ihre Bedenken: Die Transparenz der Datenverarbeitung ist nicht erkennbar. Die Datensouveränität ist nicht gegeben, solange dem Endverbraucher keine Herrschaft über die Funktion der Datenübertragung obliegt. Es besteht keine Interventionsmöglichkeit – die Datenübertragung ist nicht abstellbar, außer durch gewaltsamen Eingriff oder unverhältnismäßige Abschirmung des Zählers. Es ist auch nicht erkennbar, wie die Vertraulichkeit, Integrität, Intervenierbarkeit, Transparenz, Nichtverkettbarkeit (gem. § 9 BDSG) der erhobenen Daten erfolgt. Nach Auffassung des Bayrischen Landesbeauftragten für Datenschutz, werden personenbezogenen Daten in regelmäßigen Abständen ohne Einflussmöglichkeit des Betroffenen „auf die Straße“ übertragen und über die Ferne unbemerkt und ohne Mitwirkung des Betroffenen abgelesen. Weiterer Kritikpunkt der Datenschützer ist, dass der Bürger den Einbau und Betrieb eines „intelligenten“ Wasserzählers zu dulden hat, und durch die dauerhafte Datenaussendung das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt wird.

Bedenken Elektrosmog

Was Medien kaum berichten ist die Tatsache, dass dieser Wasserzähler permanent Daten mit 300/2400/9600 Baud Geschwindigkeit sendet. Das Modell MULTICAL® 21 sendet auf etwa 868 Mhz (Wireless M-Bus) alle 16 oder 96 Sekunden ein Funksignal mit 10 mWatt und das pro Wasserzähler. In einem Wohngebiet mit 100 Wohnungen heißt das also, dass alle 16 oder 96 Sekunden 100 Funksignale frei in den Raum gesendet werden. Die Physikerin Martina Schwarz vom „GesundheitsIngenieurBüro“ sagt: Würde der neue intelligente Wasserzähler nur einmal im Jahr funken, wenn das Wasserwerk seine Auslesefahrzeuge vorbeischickt, gäbe es kein Problem. Aber Funksignale entsprechender Stärke alle paar Sekunden auch während der Schlafphasen, das könnte die Regeneration und damit die Gesundheit negativ beeinflussen. Die eingesetzte Übertragungstechnik ist darauf ausgelegt, jegliche Baumasse zu durchstrahlen. Die Reichweite liegt bei Verbauung im Haus bei ca. 200 – 500 Meter. Die benutzte Frequenz liegt unterhalb von Mobilfunkgeräten und Mikrowellenstrahlung. Mobilfunkstrahlung kann das Wohlbefinden negativ beeinflussen und ist potenziell gesundheitschädlich, schreibt der Diagnose- Funk – Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung e. V.

Fazit

Als Verbraucher muss man diese funkenden Wasseruhren leider in Kauf nehmen. Willkommen in der schönen neuen digitalen Welt. Ob diese Geräte nun wirklich die Gesundheit schädigen oder nicht, darüber streiten sich Experten und Wissenschaftler schon seit Jahren. Schwache elektromagnetische Strahlung soll laut Universität Oldenburg jedoch bei Zugvögeln die Sinnesorgane lahmlegen. Der Magnetsinn der Zugvögel wird negativ beeinflusst.

Quellen:
– Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen
– https://www.zwar.de/index.php?id=112&no_cache=1

– Kamstrup A/S Deutschland
– https://www.kamstrup.com/de-de/products-and-solutions/water-meters

– Diagnose- Funk – Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung e. V.
– https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail?newsid=1104

– Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. KG
– http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/sorgen-neue-wasserzahler-fur-e-smog-1.2666161

– Zerstörerischer Elektrosmog
– http://www.faz.net/aktuell/wissen/verblueffende-studie-zerstoererischer-elektrosmog-12927883.html


2 Antworten auf “Funkende Wasserzähler als Elektrosmog-Schleuder?

  1. Bedenken wegen Datenschutz sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Bedenken wegen Elektrosmog sind hingegen völlig substanzlos. Vor der lächerlich schwachen Emission von Funkwasserzählern muss sich niemand fürchten. Ein Mobiltelefon „strahlt“ mit bis zu 200-mal stärkerer Sendeleistung direkt am Kopf und selbst unter diesen ungünstigen Umständen ist nach dem Stand des Wissens nichts zu befürchten. Da von Kommentator Grün auf den Verein Diagnose-Funk aufmerksam gemacht wurde: Dabei handelt es sich nicht um eine anerkannte Verbraucherorganisation, sondern um eine selbst ernannte, deren Personal noch dazu aus fachlichen Laien besteht (z.B. ein gelernter Drucker im Ruhestand). Wer sich seriös über mögliche und unmögliche Risiken des „Elektrosmogs“ informieren möchte ist z.B. auf den Webseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz weitaus besser aufgehoben: http://www.bfs.de

  2. Gegen eine solche Zwangsdigitalisierung hat Diagnose Funk, eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung, eine umfangreiche Stellungnahme zu digitalen Wasserzählern veröffentlicht. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist für alle wichtig die Handy und W-Lan nutzten (also für die große Mehrheit). Ich versuch das persönlich zu verdrängen, wenn ich dann mal wieder darauf stoße, bin ich jedesmal verblüfft wie blauäugig wir doch damit sind (erinnert mich immer an Marie Curie. Sie starb am 4. Juli 1934 an einer „aplastischen perniziösen Anämie“, die vermutlich auf ihren langjährigen ungeschützen Umgang mit radioaktiven Elementen zurückzuführen ist. Gr0ßer Unterschied zu uns heute: Die Risiken von elektromagnetischer Strahlung sind bekannt!)
    https://www.diagnose-funk.org/download.php?field=filename&id=709&class=NewsDownload
    https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1233

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