Rettet die Treppe am Königsstuhl

Mehr als 200 Jahre gehörte die Treppe zum Besuch des Kreidefelsens dazu. Jetzt soll das Wahrzeichen abgebaut werden. 2016 wurde die Treppe am Königsstuhl durch einen Baum stark beschädigt. Nach Prüfung des Umweltministeriums kam man zum Endschluss, dass die Treppe komplett abgebaut werden soll. Es gab Sicherheitsbedenken, weil das Kreidefelsmassiv beim Königsstuhl hohe Instabilitäten aufweist und somit eine Gefahr für Besucher darstellt. Das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft ist gegen eine Reparatur der Treppe. Es sei ein erheblicher Reparaturaufwand die etwa 500 Meter langen Treppe zu sanieren, denn Teile der Treppe verlaufen in einem stetig rutschenden Hangbereich. Messungen des Geologischen Dienstes des Landes zeigen eine sehr hohe Abbruchneigung aus. Doch die Bürger der Insel Rügen wollen sich mit dieser Aussage nicht anfreunden.

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Wohnturm Prora – Wahrzeichen oder Wachturm ohne Flakgeschütze?

Das Vorhaben, in Prora ein Wohnturm mit 104 Meter Höhe hinter der ehemalige KdF-Anlage zu bauen, stößt bei Einwohnern auf geteilte Meinung. Ein Turm der größer ist, als der Bahn-Tower am Potsdamer Platz in Berlin. Der Wohnturm wäre auch 20 Meter höher der Aussichtsturm des Baumwipfelpfades vom Naturerbzentrum. Die Mehrheit betrachtet das Projekt sehr skeptisch und es hagelt Kritiken in den sozialen Netzwerken. Während Befürworter von einem „Wahrzeichen“, ein Zentrum für junge Familien, eine Umwertung des durch die Nazibauten geprägten Ortes und Schaffung von Arbeitsplätzen sprechen, gibt es auf der anderen Seite harsche Kritik. Und weil an diesem Ort eben keine romantische Idylle mit Reetdachbauten existiert, wäre es eine Möglichkeit die Hinterlassenschaften der Nazi-Zeit aufzuhübschen. Man wolle dem Ort ein Gesicht geben, so Investor Breue. Das Streben in die Höhe zu bauen ist auch Ausdruck des Immobilienmarktes auf Rügen. Die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen bewegen zwischen 3600 bis 8000 Euro – das ist Münchner Niveau.

Bedingt durch die Vorgeschichte von Prora wird das Vorhaben mit einem Wachturm ohne Flakgeschütze verglichen. Prora braucht kein neues Wahrzeichen, Prora selbst ist schon das Wahrzeichen. Ebenso könnte dieses Vorhaben der Einstieg für einen unaufhaltsamen Bauboom auf der Insel Rügen bedeuten. In sozialen Netzwerken hagelt es Kritik gegen diese Vorhaben. „nicht meine Heimat kaputt machen“, „absolute Schwachsinn“, „Hochhäuser gehören da nicht hin“, „Furchtbare Vorstellung“, „der Anfang vom Ende für Rügen“ um nur ganz wenige Beispiele zu nennen. Klar ist auch, dass der Tourismus auf der Insel Rügen von der wunderschönen Landschaft lebt, nicht von Hochhäusern. Hohe Bauten bedeuteten übrigens auch einen Einschnitt in die Naturkulisse. Naturnähe sieht anders aus.

Am 12. Januar 2016 gab es zu diesem Vorhaben in Binz eine Infoveranstaltung die von rund 300 Einwohnen besucht wurde. Das Hochhaus soll 500 Meter von der Ostsee entfernt auf dem Gelände einer ehemaligen Schule entstehen. Plänen der Architekten zufolge soll der Wohnturm an aufgestapelte Bücher erinnern, was bereits im November vorgestellt wurde. Investor Jürgen Breuer bietet der Gemeinde eigenen Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro für das 13.000 Quadratmeter große Grundstück. Ob das Vorhaben umgesetzt wird und eine Baugenehmigung erhält, ist derzeit noch unklar. Noch ist der Plan nicht genehmigt. Architektenkammer und Landestourismusverband sehen das Vorhaben ebenfalls eher skeptisch. „Es gibt keinen Grund, an der Küste ein hundert Meter hohes Hochhaus zu errichten“, sagt Verbandspräsident Joachim Brenncke. Investor Breue wolle das Vorhaben fallen lassen, wenn von der Gemeinde keine Unterstützung zu erwarten ist.

Inzwischen wurde dazu auch eine Petition gegründet:
Link zur Petition Gemeinde Binz nein zum Wohnturm in Prora

Wohnturm Bücherturm Prora