Bürgervereinigung Zukunft Sellin startet

Während das Selliner Sonnenfest wegen schlechten Wetter abgesagt werden musste, fand in der Aula der Selliner Grundschule am Abend des 21. Septembers die Gründungsversammlung der Bürgervereinigung „Zukunft Sellin” statt. „Zukunft Sellin” ist eine neue Interessengemeinschaft im Ostseebad Sellin die zukünftig die Interessen der Einwohner von Sellin und den dazugehörigen Ortsteilen wie Altensien, Moritzdorf, Neuensien und Seedorf vertreten möchte. Etwa 40 Bürger aus allen Teilen von Sellin folgten der Einladung der neuen Bürgervereinigung.

Zu den 8 Gründungsmitgliedern der neuen Wählergruppe gehören die Rechtsanwältin Andrea Kähler die seit 1994 auf der Insel Rügen wohnt, Frau Gun Tegge die als Lehrerin tätig ist, der Rentner Peter Ahrend, Frau Christa Fröhling-Walenta die seit 2014 auf der Insel Rügen wohnt, der Gastronom Manfred Rakelmann der bereits im Sozialausschuss war, der Makler Herr Helmut Braun der ebenfalls seit 1994 auf der Insel Rügen wohnt, der Rüganer und Jäger Herr Wolfgang Jacobs der seit 2001 in Sellin wohnt und Herr Frank Kaczor der auch seit 4 Jahren auf der Insel wohnt. Zu beginn der Veranstaltung haben sich alle Gründungsmitglieder vorgestellt und auch gleich ihr Anliegen und Kritikpunkte offen gelegt.

Kritisiert wurde zum Beispiel der geplante Gewerbestandort in Neueinsien, Übertourismus und der Bau von Ferienwohnungen, Mietwohnungen werden zu Ferienwohnungen umfunktioniert, Vernachlässigung der Bäderarchitektur, zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Einheimische, zu wenig Angebote für Jugendliche, schlechte Infrastruktur, keine Transparenz bei politischen Entscheidungen und es wird Geld ausgegeben was eigentlich gar nicht vorhanden ist – Verschuldung der Gemeinde Sellin. Neben der Vorstellung der Bürgervereinigung gab es immer heftige Diskussionen über einzelne Punkte die den Bürgen auf den Herzen liegen. Sei es zu wenig Parkbänke in Sellin, kaputte Fahrradwege, oder zu wenig Papierkörbe und Fahrradständer in Seedorf. Ein Bürger kritisierte auch den massiven Zubau von Seedorf. „Wo früher eine Scheune stand, stehen heute 2 Ferienhäuser und die Leute müssen auf der Straße parken weil kein Platz mehr da ist” so ein Bürger aus Seedorf. Auch die Thematik Fusion mit den Ostseebädern Sellin, Baabe und Göhren wurde heiß diskutiert. Würde eine solche Fusion wirklich etwas bringen wenn eine Gemeinde hoch verschuldet ist? Fragen über Fragen die jedoch aus Zeitgründen auf der Gründungsversammlung nicht restlos beantwortet werden konnten. Aber man wird sich mit dem Thema beschäftigen. Die Liste der Themen schien endlos zu werden. Genau hier möchte die Bürgervereinigung ansetzen und gemeinsam mit den Bürgern die Probleme lösen. Geplant sind wieder feste Bürgersprechstunden, ob an einem bestimmten Ort oder an verschiedenen Orten ist noch nicht ganz geklärt.

Die Schwerpunkte und Ziele der Bürgervereinigung „Zukunft Sellin” sind hauptsächlich:

  • Gleichbehandlung aller Bürger, keine Bevorzugung von Mandatsträgern
  • die Kommunalverfassung bürgerfreundlich umsetzen und deshalb unter anderem die Hauptsatzung unsere Gemeinde überarbeiten, daher Kontrollorgane über alle Ausgaben werden eingebaut
  • die Ortsteilvertreungen wiederbeleben
  • die Kurverwaltung und ihre Aufgaben auf den Prüfstand stellen (z.B. teure Luxusautos, Verwendung der Mittel)
  • Einbeziehung aller Bürger in ein aktives Gemeindeleben und Stärkung der Vereine
  • große Veranstaltungsvielfalt mit Bewahrung von Kultur, Werten und Traditionen aber auch Ausprobieren von Neunem
  • Schutz und Pflege unserer Küsten, Strand- und Waldbereiche
  • Suche nach einem geeigneten Gewerbestandort, Ablehnung des beabsichtigten Standortes Neueinsien
  • Zusammenarbeit mit Gewerbetreibenden für gut bezahlte Arbeitsplätze
  • Regulierung bei Bauvorhaben, insbesondere bei Ferienwohnungen
  • keine Ferienhäuser in Neubaugebieten
  • vergünstige Baulandflächen für ansässige Familien
  • Offenlegung der Finanzlage und künftige jährliche Haushaltsabschlüsse
  • Einbeziehung der Bürger in das Ortsgeschehen und transparente Informationen über anstehende Entscheidungen

Am 17. Oktober findet die erste Mitgliederversammlung statt. Hierzu werden auch noch Mitstreiter gesucht. In diesem Zusammenhang wurde auch kritisiert, dass die echten Rüganer sich zu wenig einbringen. Die letzten Wahlergebnisse zeigen das Verhalten „den Kopf in den Sand stecken und lieber im Garten eine Flasche Bier trinken” so Rentner Peter Ahrend. In den nächsten Tagen ist auch eine Begehung der einzelnen Orte geplant. Die Termine hierzu werden noch festgelegt. Jeder Bürger bekommt dann die Möglichkeit sein Anliegen vor Ort zu erläutern. Ebenso sind auch Podiumsdiskussionen geplant. Und wer den Bürgervereinigung selber kennen lernen möchte, kann dies jeden Dienstag 18 Uhr im Selliner Restaurant „achtern” tun wo sich die Mietglieder regelmäßig treffen. Die Ziele für die nächste Kommunalwahl sind auch schon gesteckt. Im Mai 2019 möchte der neuer Bürgerverein auch zur Kommunalwahl antreten. Die Selliner Rechtsanwältin Andrea Kähler will sich dann auch zur Bürgermeisterwahl stellen. Man darf also gespannt sein wohin die Reise der neuen Bürgervereinigung „Zukunft Sellin” geht.