Geschichte: Erde-Mond-Erde in Göhren entdeckt

Erde-Mond-Erde – was für Zeug? Erde-Mond-Erde oder auch EME ist eine Bezeichnung für eine Funkverbindung zwischen zwei Punkten auf der Erde mit Hilfe des Mondes. Ähnlich wie Licht verhalten sich auch Funkwellen – sie können auf Oberflächen reflektieren. Diese Eigenschaften nutzen bis heute noch Funkamateure um über den Mond weite Strecken überbrücken zu können. Das US Militär hatte diese Technik unter dem „Project Diana” entwickelt. So soll das erste Echo über den Mond durch John Hibbett DeWitt am 10. Januar 1946 gelungen sein. John Hibbett DeWitt war Elektroingenieur. Er bewies die Durchlässigkeit der Ionosphäre für bestimmte Funkwellen. In der heutigen Literatur ist die Aussage weit verbreitet, dass John Hibbett DeWitt das erste Echo über den Mond empfangen hat.

Doch was hat das ganze mit dem heutigen Ostseebad Göhren zu tun?

Wir schreiben das Jahr 1943. Im Herbst des Jahres baute eine Telefunken-Kompanie in Göhren auf dem Bakenberg eine Radaranlage auf, um die Erfassung von Schiffen und Flugzeugen testen zu können. Der Codename dieser Anlage war „Würzmann”. Der Name ist eine Kombination aus dem Namen vom Radar „Würzburg” und der Antenne vom Radar „Wassermann” (36 Meter hoher Gittermast). Die Pulsleistung dieser Anlage lag bei 120KW auf der einer Frequenz von 564 MHz.

Im Januar des Jahres 1944 wurde das Radar versehentlich auf den 384.000 km entfernten Mond gestrahlt. Plötzlich 2,5 Sekunden nach der Übertragung wurden seltsame Impulsfolgen empfangen. Man hatte es erst als Funkstörung gehalten. Dieser Effekt verschwand nach kurzer Zeit wieder, nachdem sich der Mond aus der Richtung der Antenne bewegte. Dieser Mondechoeffekt wurde am nächsten Tag noch mal gestest und konnte positiv bestätigt werden.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg hat das US Militär die EME Kommunikation nachgewiesen. In den 50er Jahren hat das US Militär eine Verbindung zwischen Washington DC und Hawaii aufgebaut und betrieben, die zur Übertragung von Fernschreibsignalen diente. Die ersten Amatuerfunker (W4AO und W3GKP) konnten am 27.1.1953 erfolgreich ein Mondecho übertragen. Im Juli 1960 konnte auf 1296 MHz die erste Funkverbindung zwischen den Amateurfunkern W6HB und W1BU aufgebaut werden. Bei einer Entfernung von etwa 4000 km konnten sich beide Funkamateure über die Mondoberfläche unterhalten – ein sogenanntes QSO. In den Folgejahren gelang es immer mehr Funkamateuren eine Verbindung über den Mond aufzubauen und noch bis heute wird über die Mondoberfläche gefunkt.

Fazit: Das heutige Ostseebad Göhren hat auch einen Teil dazu beigetragen, dass man heute auch Funkverbindungen über den Mond, und das ganze ohne Internet, realisieren kann.

[Änderungen vorbehalten]