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Kritik am ersten Streetfoodfestival Sellin 2019

Die gute Nachricht zuerst. Vom 10. Mai bis 12. Mai fand das 1. Streetfoodfestival Sellin statt. Es gab tatsächlich liebevoll gestaltete Stände. Von den ca. realen 20 Verkaufständen waren ungefähr die Hälfte mit exotischen Gerichten aus dem Ausland. Von der polnischen Wurst, über ungarische Küche, Bison-Burger, Mehlwürmer bis hin zu Heuschrecken gab es einiges zum probieren. Für die ganz kleinen Besucher gab es Wasserbälle, Bungee Trampolin und Kinderschminken. Auch sonst war das 1. Streetfoodfestival Sellin durchaus gut besucht und doch eine tolle Sache. Der ein oder andere war selber überrascht wie Heuschrecken wirklich schmecken.

Allerdings kommen nun die schlechten Nachrichten, denn viele Besucher fühlten sich veralbert und verarscht. “Street Food Rügen”, also der Veranstalteter schrieb im Vorfeld dazu: „In relaxter Atmosphäre auf der Seeparkpromenade von Sellin auf Rügen können an mehr als 70 liebevoll gestalteten Ständen hunderte exotische & frisch Vorort zubereitete Gerichte aus aller Welt probiert werden. Eine kulinarische Weltreise quer durch alle Länder und Kontinente.” Und diese Aussage, welche als Werbung auf Facebook verbreitet wurde, fanden viele Besucher dann nicht mehr lustig.

Und auch die Kurverwaltung Ostseebad Sellin schrieb im Vorfeld dazu: „In relaxter Atmosphäre können an mehr als 60 liebevoll gestalteten Ständen hunderte exotische & frisch Vorort zubereitete Gerichte aus aller Welt probiert werden. Eine kulinarische Weltreise quer durch alle Länder und Kontinente.”

Viele Besucher sind davon ausgegangen, dass sie auch tatsächlich 60 bis 70 Stände vorfinden. Nach dem 3 EUR Eintritt kam aber die Ernüchterung – es waren leider nur ca. 20 Stände! Darauf hin waren viele Besucher sauer und haben ihre Kritik auf der Facebook-Seite Street Food Rügen hinterlassen. Anstatt sich aber dieser Kritik zu stellen, wurden alle unliebsamen Kommentare von der Facebook-Seite gelöscht. Ja, man soll sogar User blockiert haben um weitere Kommentare zu unterbinden. So hieß es zum Beispiel in den Kommentaren: „Hätte echt mehr erwartet… Echt ne große Enttäuschung! Leider”, „es ist doch mehr als irreführend, wenn von 60 Ständen geschrieben wird, man aber nur 16 vorfindet”. So gab es Fälle, wo ganze Familien am Wochenende extra auf die Insel Rügen nach Sellin gekommen sind um dieses Streetfoodfestival zu erleben. Stattdessen waren sie von der Anzahl der tatsächlichen Stände bitter enttäuscht.

Street Food Rügen bzw. Street Food Festivals und die Kurverwaltung Ostseebad Sellin wären gut beraten dazu mal Stellung zu nehmen, warum im Vorfeld von 60 bzw. 70 Ständen geschrieben wurde, es aber am Ende nur 20 Stände waren und somit viele Bürger veralbert wurden die extra nach Sellin dafür gekommen sind. Allein die Kurverwaltung Ostseebad Sellin hatte die Möglichkeit sich selber von der Veranstaltung am Freitag zu überzeugen und ggf. die Anzahl der Stände richtig zu stellen. Stattdessen blieb diese Werbung auf der Facebook-Seite der Kurverwaltung das komplette Wochenende so stehen. Auch im Vorfeld der Planung hätte man stutzig werden müssen, denn eine Fläche für 60 Stände kann ja nicht eine Fläche für 20 Stände sein.

Die Kurverwaltung Ostseebad Sellin hat auf Anfrage hierzu folgendes mitgeteilt: „die 60 Stände entstammten der Pressemeldung des Veranstalters Streetart-Event Magdeburg. Die Kurverwaltung Sellin hat zu dieser 1. Auflage lediglich den Patz zur Verfügung gestellt. Die Organisatorin sprach von kurzfristigen Absagen aufgrund zu geringer Einnahmen in Altefähr. Und nicht alle sind verärgert. Zunächst muss man die Dinge anleiern, ansehen, bewerten und dann verbessern. So möchten wir es gern gemeinsam mit den Veranstaltern im kommenden Jahr tun. Mit einem für Sellin modifizierten, familienfreundlicherem Konzept.”

Wie Eingangs erwähnt war das 1. Streetfoodfestival Sellin eine tolle Sache. Eine Familie aus Berlin beschrieb die Veranstaltung so: „Definitiv war das Streetfoodfestival für uns als Freunde und Kenner guten Essens aber als großer Bestandteil unserer Versorgung eingeplant. Hatten als Selbstversorger wegen des angekündigten und erwarteten großen Angebotes sogar weniger Lebensmittel für die Ferienwohnung eingeplant. Auch war die Lage der Ferienwohnung für fußläufiges Erreichen so ausgesucht worden. Freitag Abend waren wir bereits auf der Fußgänger-Promenade (so war die Adresse angegeben) am Gelände, haben aber den Eingang (zum Parkplatz hin ausgerichtet) nicht gefunden und konnten uns wegen der „Totenstille“ nur erklären, dass es wegen des durchwachsenden Wetters doch erst Samstag beginnt. Samstag waren wir dann gegen 18:00 da. Sind dem Strom zum Eingang gefolgt. Gelockt von „Live“-Musik haben wir die 12,- Eintritt bezahlt und sind aufs Gelände. Zu unserem Eindruck ist ja bereits alles geschrieben worden. Kurz: trotz selbstbewusster Preise lange Schlangen an den wenigen guten/originellen Ständen, kostenpflichtige Toiletten, leere Bühne mit Retorten-Musik, … hatten nach einer 7-min.-Runde alles gesehen und sind wieder vom Platz, zum nächsten lokalen Restaurant am Weg (das ironischerweise mit „kein Eintritt“ Werbung machte) und haben dort sehr gern 100,- gelassen. Auch wenn organisatorisch von mehreren Seiten (auch parallel) immer mal was schief gehen kann, wird man nicht ändern können. Dass aber jegliche neg. Kritik vorsätzlich unterdrücken möchte, ist unterirdisch. Alle Kritiker fühlen sich veralbert oder sogar betrogen (und es geht nicht nur um die 3,- „Kulturbeitrag“). Darunter hat die ganze Insel zu leiden, von den Standbetreibern mal abgesehen.”

Die Veranstalter vom Streetfoodfestival haben sich auf Anfrage zu diesem Sachverhalt bisher nicht geäußert.

Fazit: So ein Streetfoodfestival ist durchaus eine tolle Veranstaltung, wenn man aber nur 20 Stände anbieten kann, dann sollte man nicht Werbung mit 60 oder 70 Ständen in den sozialen Netzwerken betreiben und somit eine Vielzahl der Besucher veralbern. Man hätte durchaus die Gelegenheit gehabt in den sozialen Netzwerken die veränderte Situation der Stände zu korrigieren, was jedoch nicht gemacht wurde.

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