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Sturm legt altes Schiffswrack auf der Insel Rügen frei

Ein Sturm hat zwischen Glowe und Juliusruh (Strandabschnitt Schaabe) ein altes Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert wieder freigelegt. Archäologen hatten bereits Ende der 1990er Jahre dieses Wrack schon untersucht und kamen zum Entschluss, dass es wohl ein Handelsschiff sei was hier im Sand liegt. Woher das Schiff kam und was es transportierte ist bisher nicht bekannt. Auch in der Chronik von Glowe steht kein Eintrag über ein Schiffsunglück. Solche Handelsschiffe waren jedoch auf der Ostsee zwischen den baltischen Staaten unterwegs. Eine Bergung und Konservierung des Schiffswracks sei jedoch eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit. “Das alte Wrackteil liegt dort sicher und wird besser erhalten als durch künstliche Maßnahmen an Land“, sagte Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Außerdem sei das Schiffswrack im Salzwasser gut konserviert. Bei diesem Fund soll es sich wohl um sogenannte Bodenwrangen handeln. Der flache Boden des Schiffes lässt darauf schließen, dass dieses Schiff für Lasten ausgelegt war.

Sonderlich ungewöhnlich und einzigartig sind solche Funde dennoch nicht. Über 3.000 Wracks sollen sich in der Ostsee befinden, davon sollen sich mehr als 300 allein an Rügens Küsten befinden, die in einer Tiefe zwischen 5 und 50 Metern liegen. So liegt zum Beispiel der Holzsegler „Auguste“ vor dem Ort Glowe im Wasser. Auch eine dänische Fregatte aus dem 17. Jahrhundert lief auf Kreideriff und liegt in einer Tiefe von etwa 12 Meter.

Übrigens: Teiles des Wracks mitzunehmen ist verboten. Es sei nicht erlaubt, die an den Strand gespülten Teile des Wracks zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören, so Landesarchäologe Detlef Jantzen. Das Wrack sei nicht gesichert, aber wird durch das Denkmalschutzgesetz geregelt. Noch sei aber unklar welche Behörde für den Fund überhaupt zuständig ist. Die Zuständigkeit des Kreises reiche nur bis zur mittleren Wasserlinie, sagte der Denkmalpfleger des Landkreises, Dr. Sommer-Scheffler Markus. Aber bereits der nächste Sturm könnte das Schiffswrack wieder in die Ostsee ziehen oder im Sand verbergen.

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